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Wissenswertes

Jahrhundertealtes Know-how aus der Champagne, gepaart mit neuester Technik und Ideen: so produzieren die Brüder Szigeti feinsten Sekt und Frizzante in Gols. Die Sektkellerei wurde in Frankreich, der Heimat der besten Schaumweine der Welt, geplant und konzipiert.

Was der alte Pater „Dom Perignon“ verhindern sollte, wurde 100 Jahre später ein Welterfolg – die Perlen im Champagner. Vor über 300 Jahren wurde der stille Wein aus der Champagne nach England exportiert und erlebte während des Transports auf Grund des noch vorhandenen Zuckers eine unerwünschte Nachgärung. Dom Perignon forschte und arbeitete sein Leben lang im Weinkeller um dies zu verhindern. Als er aber den ersten moussierenden wohlschmeckenden Champagner verkostete, tat er einen legendären Ausspruch: „Brüder kommet – ich glaube ich trinke Sterne!“ Die „Méthode Champenoise“ oder „Méthode Traditionnelle“ wurde geboren und ist seither die einzig wahre Methode zur Herstellung schäumender Weine. Eine arbeitsintensive Prozedur begleitet die Traube auf ihrem Weg von der Rebe in die Flasche:

Eigentlich wird die Qualität des Sekts im Weingarten geboren – die Trauben entscheiden letztendlich alleine darüber. Die geernteten Trauben werden gerebelt, das heißt von den Stielen befreit und dann schnell, aber sanft gepresst. Wir achten darauf, dass nur die ersten 2/3 Most Verwendung für die Versektung finden, in dem sich kaum Gerb- und Bitterstoffe befinden. Der gewonnene Most bekommt über Nacht Zeit, damit die groben Trübstoffe zu Boden sinken können, die dann getrennt werden. Dieser fast klare, frische Most wird anschließend gekühlt und langsam vergoren. Die Hefe nährt sich vom natürlichen Zuckergehalt der Traube und verwandelt ihn in Alkohol. Anschließend werden die Weine nach kurzer Lagerung filtriert und auf die Füllung vorbereitet.

Die zweite Gärung findet dann in der Original-Flasche statt. Dafür wird dem Wein Zucker und Hefe zugesetzt, in Sektflaschen gefüllt und mit einem Kronenkorken verschlossen. Durch die Gärung in der Flasche  – der Zucker wird von der Hefe zu Ethanol und Kohlendioxid (was den Wein schäumen lässt) umgewandelt – steigt der Alkoholgehalt um rund 1,2 Vol% an und ein Druck von 6 bis 7 Bar entsteht. Die Sekte lagern dann auf dem Hefedepot „sur lie“ mindestens 9 Monate, manchmal auch bis zu 10 Jahren. Während dieser Reifung entsteht das typische „Champagnerbukett“: Die Hefezellen platzen auf – ein Vorgang den man Autolyse nennt – und geben dem Sekt sein spezielles feines Hefearoma. Je länger der Sekt reift und lagert, desto üppiger wird das Bukett und desto kostbarer ist das perlende Getränk. 

Mit dem Kopf leicht schräg nach unten werden sie dann gerüttelt, damit sich das Hefedepot löst und in den Flaschenhals gleitet, damit der Sekt nicht trüb bleibt. Das Rütteln wurde früher von Hand ausgeführt und erforderte viel Übung. Ein guter Rüttler schaffte bis zu 30.000 Flaschen pro Tag. Heute wird die Arbeit großteils von Maschinen erledigt, die die Flaschen per Computerprogramm mit Achteldrehungen von der waagrechten Position senkrecht auf den Kopf stellen. Dieser Vorgang dauert rund 2 Tage, bis die Hefe gänzlich von der Flaschenwand in den Flaschenhals gerutscht ist.

Der letzte Schritt in dem komplizierten Verfahren ist das „Degorgieren“. Der Flaschenhals wird in einem Minus 22 Grad kalten Solebad soweit abgekühlt, dass das Hefedepot im Flaschenhals zu einem Eispfropfen gefriert. Dieser „schießt“ beim Öffnen des Kronenkorken dann heraus und der klare Sekt bleibt in der Flasche. Beim Degorgieren geht immer etwas Sekt verloren, daher müssen die Flaschen wieder aufgefüllt werden. Das ist der letzte Schritt der Sektbereitung und das Geheimniss des Kellermeisters: Die Dosage. Das bedeutet, dem Sekt wird eine kleine Menge „Liqueur d’expedition“ zugesetzt, ursprünglich ein Gemisch aus Zucker und Wein, die dem Sekt seine endgültige Geschmacksrichtung von Brut (trocken) bis dry (lieblich) gibt. Steht „Non Dosage“ oder „Zero Dosage“ auf der Flasche, wurde nur mit dem Grundsekt aufgefüllt. Wir verwenden für unsere Dosagen nur ausgesuchte, edelsüße Prädikatsweine (Auslese, Eiswein, Spätlese) aus unserer Region und unseren ganz speziellen „Likör des Hauses“. Die Flaschen werden anschließend verkorkt und verdrahtet, nach dem Etikettieren und einer kurzen Lagerzeit kommt der Sekt dann in den Verkauf.

0 bis 3 g/l: naturherb (brut nature)

0 bis 6 g/l: extra herb (extra brut)

0 bis 12 g/l: herb (brut)

12 bis 17 g/l: extra trocken (extra dry)

17 bis 32 g/l: trocken (dry)

32 bis 50 g/l: halbtrocken (medium dry)

über 50 g/l: mild (sweet, doux) 

Sekt und Champagner wird in verschiedenen Flaschengrößen angeboten. Die Standardgröße ist die 0,75-Liter-Flasche. Für die anderen Flaschengrößen haben sich eigene Bezeichnungen etabliert – biblische Namen.

3 Liter Jeroboam

4,5 Liter Rehoboam

6 Liter Methusalem

9 Liter Salmanazar

12 Liter Balthazar

15 Liter Nebukadnezar

18 Liter Salomon

Die Herstellung von Flaschen jenseits der Jeroboam ist aufwändig und daher teuer. Dementsprechend sind Champagner und österreichischer Sekt in solchen Flaschengrößen nur selten erhältlich. Die Flaschengröße hat einen hohen Einfluss auf die geschmackliche Qualität. Die gleiche Cuvée schmeckt aus der Magnum-Flasche in der Regel deutlich harmonischer als aus der 0,75-Flasche und reift und entwickelt sich noch besser je größer die Flasche ist. Die Sektkellerei Szigeti füllt und gärt als einzige Kellerei in Österreich Großflaschen von der 1,5 Liter bis zu 15 Liter nach der „Méthode Traditionnelle“.